In modernen Fahrzeugen sind klassische Relais zwar nach wie vor vorhanden, spielen jedoch eine zunehmend untergeordnete Rolle. Während sie früher in großer Zahl für nahezu alle elektrischen Verbraucher zuständig waren – etwa für Scheinwerfer, Hupe, Anlasser oder Heizungen – werden viele dieser Aufgaben heute von zentralen Steuergeräten, sogenannten Body Control Modules (BCMs), übernommen. Diese steuern Verbraucher elektronisch, häufig über Halbleiterschaltungen wie MOSFETs, was deutlich weniger Platz benötigt, keine mechanischen Verschleißteile erzeugt und zusätzliche Diagnosemöglichkeiten bietet. Gerade in Elektrofahrzeugen und modernen Bordnetzarchitekturen (z. B. 48V-Systeme) werden klassische Relais konsequent durch solche elektronischen Lösungen ersetzt. Dennoch gibt es weiterhin einige Einsatzbereiche, in denen Relais auch heute noch verwendet werden – zum Beispiel für die Hupe, den Starter, den Kühlerlüfter oder vereinzelt bei der Kraftstoffpumpe. Auch sicherheitsrelevante Systeme können Relais noch als Redundanz enthalten. Der generelle Trend in der Fahrzeugtechnik geht aber eindeutig weg von mechanischen Relais hin zu intelligenter, softwaregesteuerter Elektronik. Wer heute ein modernes Auto fährt, darf sich also nicht wundern, wenn das charakteristische „Klicken“ eines Relais kaum noch zu hören ist – viele Schaltungen erfolgen inzwischen lautlos im Hintergrund.